Lebensbedingungen der Menschen durch Kolping verbessert

Partnerschaftsbesuch in Brasilien vertieft Kontakte - (Das Foto zeigt die Hildesheimer Delegation beim Nationalkongress in Fortaleza mit den Mitgliedern des Nationalvorstandes des Brasilianischen Kolpingwerkes)

Begeistert und tief beeindruckt ist die Delegation unseres Diözesanverbandes von ihrem gut 3-wöchigen Besuch in Nordost-Brasilien zurückgekehrt. Dabei besuchten die 8 Kolpingvertreter vor allem Kolpingfamilien im Bundesstaat Pernambuco und führten viele Gespräche mit Verantwortlichen des Kolpingwerkes Nord-Ost Brasilien. Zum Auftakt nahmen sie am Nationalkongress des Brasilianischen Kolpingwerkes teil.

200 Delegierte aus allen Teilen Brasiliens trafen sich für 4 Tage in Fortaleza/Ceará, um sich beim 5. Nationalkongress des Brasilianischen Kolpingwerkes über die Aufgaben des Verbandes in der heutigen Gesellschaft auszutauschen. In Vorträgen und Arbeitsgruppen wurde zu den Schwerpunktthemen des Brasilianischen Kolpingwerkes Familie, Arbeitswelt, Religion, Gesellschaft und Freizeit diskutiert. Christoph Klose, der mit unserer Reise sein einjähriges Freiwilligenjahr in Brasilien beendet hat, leistete als Dolmetscher Schwerstarbeit. Er wurde von Clara, die zuvor ein Jahr im Diözesanverband Hildesheim zu Gast war, unterstützt. So konnten sich die Hildesheimer Gäste auch inhaltlich gut einbringen.

Mit einer 15-stündigen Busfahrt ging es dann weiter nach Caruaru im Bundesstaat Pernambuco. Dort wohnten Angelika, Reinhard und Christoph Klose (Gronau), Martin Wirries (Harsum), Peter Holzberger (Seesen), Michael Sauer (Diekholzen) sowie Kerstin und Martin Knöchelmann (Asel) in dem mit Mitteln des Diözesanverbandes Hildesheim umgebauten Kolping-Bildungshaus. Das gelungen renovierte Haus steht sowohl den Kolpingfamilien als auch externen Gruppen zur Verfügung. Es soll in Zukunft Einnahmen erwirtschaften, die den Verband unabhängiger von Zuschüssen macht.

Beim Besuch von Kolpingfamilien in der Region Flores hat die Delegation die Fortschritte der letzten Jahre sehen können. Dort haben inzwischen alle Familien eine Zisterne, mehrere Pumpen fördern Wasser für die Landwirtschaft und das Vieh. Die landwirtschaftlichen Projekte (z.B. Ochsenzucht) bewirken ein kleines Familieneinkommen. Alles zusammen hat die Lebensbedingungen der Menschen in dieser Trockenzone des Hinterlandes eindeutig verbessert. Dennoch bleibt das Leben dort recht schlicht und ärmlich. Daher ist weiterhin der Aderlass an jungen Leuten durch Wegzug in die Städte ein großes Problem, auch für die Kolpingfamilien.

Beim Besuch vieler sozialer Einrichtungen in der Stadt Caruaru wie Schulen, einem Krankenhaus, einem Kindergarten und einem Sozialzentrum konnten sich die Deutschen über die soziale Situation informieren. Bei einem interessanten Gespräch mit dem Bürgermeister im Rathaus und der Besichtigung des Stadtparlamentes ging es um die Kommunalpolitik. Ein Empfang beim Bischof öffnete die Augen für die sozial-pastoralen Aufgaben der Kirche in Brasilien.

Nachwirken wird die beeindruckende Atmosphäre beim Nationalkongress, der sich neben gutem inhaltlichem Austausch durch die permanente Auflockerung mit Musik und Tanz, aber auch durch tolle spirituelle Elemente auszeichnete. Die Begegnungen mit den Kolpingschwestern und Kolpingbrüdern in Brasilien waren von übergroßer Herzlichkeit geprägt. In den wichtigen Gesprächen wurde z.B. der Gegenbesuch Brasilianischer Jugendlicher im nächsten Sommer sowie die Einführung eines gemeinsamen Partnerschaftstages in den Kolpingfamilien unseres Diözesanverbandes und der 3 Partnerbundesstaaten besprochen, der jährlich am 6. Mai begangen werden soll.

Ein ausführlicher Bericht ist nachzulesen unter:
www.kolping-hildesheim.de/aktuelles/datei_download/

Gern kommen die Reiseteilnehmer zur Berichterstattung in interessierte Kolpingfamilien.